Erfahrungsbericht

Resort Leukermeer Erfahrungsbericht

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Katharina
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Inhaltsverzeichnis

Osterferien 2025, drei Nächte im schwimmenden Haus auf dem Leukermeer – zu dritt, mit dem Großen (damals 6 Jahre). Der Kleine war bei den Großeltern, und das war auch gut so: Diesen Trip hätten wir mit Baby nicht so entspannt hinbekommen. Warum? Dazu gleich mehr.

Wir hatten den Park schon länger auf dem Zettel. Ein unabhängiger Ferienpark mit schwimmenden Häusern, keine 20 Minuten von der deutschen Grenze – das klang nach einem guten Kurztrip ohne stundenlanges Autofahren. Und direkt nebenan liegt das Landal Marina Resort Well, das die gleiche Infrastruktur nutzt. Zwei Parks, ein See, geteilte Einrichtungen – ein interessantes Konstrukt.

Das hat uns gefallen

1. Das schwimmende Haus – ein echtes Erlebnis

Allein das Aufwachen auf dem Wasser war es wert. Man öffnet morgens die Tür, steht auf der Terrasse und schaut direkt auf den See. Der Große fand das "wie auf einem Piratenschiff" und wollte am liebsten vom Steg aus angeln (Ausrüstung hatten wir leider nicht dabei).

Wohnzimmer im schwimmenden Haus mit Panoramablick auf den See

Das Haus selbst: kompakt, aber durchdacht. Offener Wohn-Essbereich mit großen Fenstern zum Wasser, ein dekorativer Kamin (den wir abends tatsächlich genutzt haben), Klimaanlage und eine voll ausgestattete Küche. Zwei Schlafzimmer, ein Bad mit Dusche. Alles sauber, alles funktionierte. Kein Luxus auf dem Niveau der Landal-Wasserhäuser nebenan – die sind deutlich größer und moderner – aber für drei Nächte absolut ausreichend.

Schlafzimmer im Hausboot mit Doppelbett und Klimaanlage

Das Highlight war die Dachterrasse. Abends, wenn der Große im Bett war, saßen wir oben mit einem Glas Wein und Blick auf den Yachthafen. Ruhe, Wasser, Sterne. Das bekommt man in keinem Center Parcs.

Dachterrasse auf dem Hausboot mit Blick auf den Yachthafen

Aber: Das Wasser ist direkt vor der Tür. Kein Zaun, keine Absperrung. Der Große kann schwimmen, trotzdem haben wir in den ersten Stunden ständig nach ihm geschaut. Mit einem Kleinkind, das noch nicht schwimmen kann, würde ich hier nicht buchen. Punkt.

2. Das Hallenbad mit Dschungel-Kinderbecken

Im April schwimmt man nicht im See. Gut, dass es das Hallenbad gibt – und das hat uns positiv überrascht. Kein Aqua Mundo, keine Wildwasserbahn, klar. Aber das Dschungel-Kinderbecken ist richtig liebevoll gestaltet: Elefanten, Flamingos, kleine Rutschen und Wassersprüher. Der Große war eigentlich schon zu groß dafür, fand den Elefanten-Whirlpool aber trotzdem gut.

Das Dschungel-Kinderbecken mit Rutschen und Tierfiguren

Das große Becken hat einen Wasserfall und Dschungel-Wandmalerei – alles nicht riesig, aber stimmig. Wir waren an zwei von drei Tagen dort, jeweils etwa anderthalb Stunden. Genug Abwechslung für einen Kurztrip, für eine ganze Woche wäre es uns zu wenig gewesen.

Das große Schwimmbecken mit Wasserfall

Im Vergleich zum Aqua Mundo im Park Zandvoort oder Het Meerdal spielt das Hallenbad hier in einer anderen Liga – deutlich kleiner, keine Rutschen für ältere Kinder. Aber die Atmosphäre ist netter als in manchem Landal-Hallenbad, und der Whirlpool-Bereich ist hübsch gemacht.

Whirlpool im Dschungel-Thema

3. Die Spielplätze – besser als erwartet

Was uns wirklich überrascht hat: die Spielplätze. Mehrere, über den Park verteilt, und alle liebevoll gestaltet. Eine kleine Westernstadt mit Sheriff-Büro und Saloon – der Große hat dort mit anderen Kindern eine Stunde lang Cowboys gespielt. Ein großes Klettergerüst auf Sand. Ein Holz-Spielturm mit Rutsche direkt neben den Unterkünften.

Western-Spielhäuser mit Sheriff, Livery Stable und Saloon

Klettergerüst auf dem Sandspielplatz

Dazu der Pumptrack – eine 2.000 m² große BMX-Bahn zwischen den Bäumen. Wir hatten keine Fahrräder dabei, aber andere Kinder waren mit Scootern und BMX-Rädern unterwegs. Beim nächsten Mal bringen wir den Roller mit.

Der Pumptrack zwischen den Bäumen

4. Das Mio Mucho – überraschend gutes Essen

An einem Abend haben wir im Mio Mucho gegessen, dem Restaurant mit spanischer Küche. Und das war eine echte Überraschung: liebevoll angerichtete Gerichte, frische Zutaten, vernünftige Portionen. Spargel mit Hollandaise, Carpaccio, Gambas – kein Vergleich zu den typischen Ferienpark-Restaurants, die aufgewärmte Tiefkühlkost als "mediterrane Küche" verkaufen.

Gericht im Restaurant Mio Mucho

Die Speisekarte ist überschaubar, aber das ist eher ein gutes Zeichen. Preislich ähnlich wie ein mittleres Restaurant in Deutschland – nicht billig, aber für die Qualität absolut fair. Der Große hat Pommes mit Chicken-Nuggets bekommen, die tatsächlich paniert und nicht aus der Fritteuse gezogen aussahen.

Den Beach Club haben wir im April nur für einen Kaffee genutzt. Im Sommer mit Strand und Terrasse stelle ich mir das deutlich besser vor – im Frühling war die Atmosphäre eher verhalten.

5. Die Lage – 18 Minuten ab Kleve

Wir sind Freitagnachmittag aus dem Raum Düsseldorf losgefahren und standen nach anderthalb Stunden auf dem Parkplatz. Ab Kleve oder Goch sind es keine 20 Minuten. Das ist ein echter Vorteil gegenüber den meisten niederländischen Parks, die von NRW aus deutlich weiter weg liegen. Für einen Kurztrip über ein langes Wochenende perfekt – keine Anreise-Tortur, der Große hat im Auto nicht einmal genörgelt.

Das hat uns nicht gefallen

1. Animation und Sprache – sehr niederländisch

Die Durchsagen im Park, die Schilder, die Animation – alles auf Niederländisch. Kein Wort Deutsch, kein Englisch. Der Große wollte bei einer Schatzsuche mitmachen und verstand kein Wort. Das war frustrierend, vor allem weil der Park so grenznah liegt und offensichtlich viele deutsche Gäste hat.

Im Vergleich dazu ist jeder Center Parcs internationaler aufgestellt – dort laufen die Programme mindestens zweisprachig. Hier fühlt man sich als deutscher Gast manchmal etwas außen vor.

2. Indoor-Angebot bei Regen – dünn

Am zweiten Tag regnete es durchgehend. Nach dem Hallenbad (anderthalb Stunden) und dem Spielplatz (fiel flach) blieb nicht viel übrig. Es gibt eine kleine Spielhalle mit Arcade-Automaten, aber kein Indoorspielplatz, keine Baluba, kein Market Dome. Mit einem Center Parcs-Wochenende im Regen lässt sich das nicht vergleichen – dort hat man drei Tage Indoor-Programm, hier hat man nach dem Schwimmbad nicht mehr viel.

Wir haben den Regennachmittag im Hausboot verbracht – Brettspiele, Kakao, Kamin an. War auch schön, aber für Familien, die bei schlechtem Wetter viel Action brauchen, ist Leukermeer nicht der richtige Park.

3. Kein Zaun am Wasser bei den Hausbooten

Ich wiederhole mich, aber das ist mir wichtig: Die schwimmenden Häuser liegen direkt am Wasser. Kein Geländer zum Wasser hin, kein Netz, nichts. Der Steg hat zwar Poller, aber ein Kleinkind fällt da problemlos rein. Selbst mit einem sechsjährigen Schwimmer war das die ersten Stunden ein ständiger Stressfaktor. Beim nächsten Mal würde ich mit dem Großen wieder hier buchen – mit einem Zweijährigen nie.

Fazit

Resort Leukermeer ist kein Center Parcs und will es auch nicht sein. Wer ein großes Subtropenschwimmbad, Baluba und drei Restaurants erwartet, bucht falsch. Wer einen ruhigen Kurztrip am Wasser sucht, mit einem ordentlichen Hallenbad, guten Spielplätzen und der Möglichkeit, abends auf einer Dachterrasse über dem See zu sitzen – der ist hier genau richtig.

Die schwimmenden Häuser sind das Highlight und der Grund, warum man hierher fährt. Die Kombination aus Seelage, Hallenbad und Grenznähe macht den Park besonders für Familien aus NRW interessant, die einen unkomplizierten Kurzurlaub ohne lange Anfahrt suchen.

Kommen wir wieder? Ja – im Sommer. Dann mit Strand, Freibad, Infinity-Pool und dem aufblasbaren Aquapark auf dem See. Der Große hat das auf den Fotos im Park gesehen und redet seitdem davon. Und diesmal bringen wir den Roller für den Pumptrack mit.

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Katharina

Drei Nächte im schwimmenden Haus mit Schulkind