Center Parcs De Vossemeren Erfahrungsbericht
Inhaltsverzeichnis
Wir – Familie Schneider, zwei Erwachsene und unsere beiden Söhne (2 und 7 Jahre) – haben uns im Januar 2026 für ein langes Wochenende im Center Parcs De Vossemeren einquartiert. Vier Nächte im VIP-Haus, mitten im belgischen Winter. Wer uns kennt, weiß: Wir sind Center-Parcs-erprobt und haben schon einige Parks durch. De Vossemeren hatten wir lange auf dem Zettel, weil wir nach unserem eher durchwachsenen VIP-Erlebnis im Center Parcs Lac D'Ailette einen neuen Anlauf wagen wollten.
Und um es vorwegzunehmen: Es hat sich gelohnt. Hier kommt unser ehrlicher Erfahrungsbericht – mit allem, was uns begeistert hat, und den Dingen, die man vor der Buchung wissen sollte.
Das hat uns gefallen
Vier Tage im Winter klingen erstmal nicht nach Ferienpark-Wetter. Aber genau dafür ist De Vossemeren wie gemacht. Hier sind unsere fünf Highlights, die den Aufenthalt besonders gemacht haben:
1. Die Discovery Bay – Ein Traum für unseren Großen
Die Discovery Bay ist der Grund, warum De Vossemeren bei Familien mit Schulkindern so beliebt ist – und nach unserem Besuch verstehen wir das vollkommen. Eine riesige überdachte Piratenbucht mit echtem Sand, einem Bach, der durch die Anlage fließt, und einem Piratenschiff, das zum Klettern und Entdecken einlädt. Dazu ein Hochseilgarten und jede Menge Ecken, in denen unser Siebenjähriger stundenlang verschwunden ist.
Im Januar war es dort angenehm leer. Kein Gedränge, keine Warteschlangen – einfach reingehen und losklettern. An einem Tag war die Halle wegen Reinigung geschlossen, aber am nächsten Morgen ging es direkt wieder los. Für unseren Zweijährigen war die Discovery Bay allerdings noch zu wild. Er hat sich eher am Sandstrand vergnügt, während der Große oben durch die Takelage turnte.
2. Das Aqua Mundo – Klein, aber genau richtig
Wer das Aqua Mundo in Erperheide oder De Kempervennen kennt, wird hier erstmal denken: Das ist ja kleiner. Stimmt. Aber genau das war für uns im Winter ein Vorteil. Keine riesigen Menschenmassen, keine Jugendgruppen, die am Wochenende die Rutschen blockieren. Die Wildwasserbahn ist solide, die Rutschen machen Spaß, und unser Siebenjähriger hatte den Monkey Splash als persönliches Highlight.
Was man wissen sollte: Es gibt hier kein Waterplay-Haus wie im Allgäu. Für unseren Zweijährigen war das Schwimmbad deshalb eher mäßig interessant. Es gibt ein Babybecken, aber das große Kletterparadies für Kleinkinder fehlt. Familien mit Kindern unter drei Jahren sind im Het Meerdal oder Erperheide besser aufgehoben, was das Schwimmbad angeht.
3. Die Seen und der Wassersport
De Vossemeren hat zwei Seen – keine Badeseen, aber im Sommer ein echtes Highlight mit SUP, Kanufahren, Aquapark und einer Wakeboardanlage. Im Januar haben wir das natürlich nur von der Terrasse aus bewundert. Aber allein die Lage am Wasser gibt dem Park eine Atmosphäre, die vielen anderen Center Parcs fehlt. Man hat Weite, Ruhe und das Gefühl, wirklich raus zu sein.
4. Das Flonkeling Restaurant – Endlich mal gutes Essen
Hier haben wir ehrlich gestaunt. Center Parcs und gutes Essen – das ist normalerweise ein Widerspruch, den wir nach vielen Besuchen akzeptiert hatten. Das Flonkeling ist ein neues Restaurantkonzept, das deutlich hochwertiger ist als das übliche Center-Parcs-Niveau. Die Gerichte waren liebevoll zubereitet, die Portionen fair und die Preise – für Center-Parcs-Verhältnisse – absolut in Ordnung.
Wir waren zwei Abende dort und wurden beide Male positiv überrascht. Kein Vergleich zum typischen Buffet-Restaurant, das man aus anderen Parks kennt. Wenn Center Parcs dieses Konzept auf weitere Parks ausrollt, wäre das ein echter Gewinn.
5. Das VIP-Haus – So muss das sein
Nach unserer Enttäuschung im Lac D'Ailette, wo das VIP-Haus den Aufpreis nicht wert war, hatten wir in De Vossemeren deutlich niedrigere Erwartungen. Umso besser die Überraschung: Das Haus war top gepflegt, die Sauna funktionierte einwandfrei und die Einrichtung wirkte modern und hochwertig. Die Küche war bestens ausgestattet und die Betten bequem – auch für vier Nächte im Winter.
Für unseren Zweijährigen war es praktisch, dass alles ebenerdig war. Keine Treppen, keine gefährlichen Ecken. Und die eigene Sauna nach einem langen Schwimmbadtag? Unbezahlbar, wenn die Kinder endlich schlafen.
Das hat uns nicht gefallen
Bei aller Begeisterung – zwei Dinge haben uns wirklich gestört und die sollte man vor der Buchung kennen.
1. Das Parkkonzept mit dem Verkehr
De Vossemeren hat nur einen zentralen Parkplatz und ein Einbahnstraßensystem, das dafür sorgt, dass permanent Autos durch den Park rollen. Golfcarts, Lieferfahrzeuge und Gäste, die zum Parkplatz fahren – man hat nie das Gefühl, in einem autofreien Ferienpark zu sein. Mit einem Zweijährigen, der am liebsten frei herumläuft, war das für uns eine ständige Quelle der Anspannung.
In Villages Nature Paris oder Het Meerdal ist das deutlich besser gelöst. Dort parkt man sein Auto und vergisst es für den Rest des Aufenthalts. In De Vossemeren leider nicht.
2. Die Action Factory – Eine Enttäuschung
Wir hatten uns auf die Action Factory gefreut, vor allem auf das Minigolf und die Drift-Car-Kartbahn. Die Realität: Das Minigolf war kaputt. Überall standen Wassereimer, weil die Decke tropfte. Die Drift-Car-Kartbahn war während unseres gesamten Aufenthalts nur einmal kurz in Betrieb. Insgesamt wirkte die Action Factory wie der vergessene Teil des Parks – ruhig, etwas heruntergekommen und weit entfernt von dem, was man bei dem Preis erwarten darf.
Das ist schade, denn gerade im Winter, wenn man nicht an den See kann, wäre eine funktionierende Action Factory ein wichtiger Baustein für die Unterhaltung. Hier muss Center Parcs dringend nachbessern.
Für wen ist De Vossemeren der richtige Park?
Nach vier Tagen haben wir ein ziemlich klares Bild:
- Ideal für: Familien mit Schulkindern zwischen 6 und 10 Jahren, die schwimmen und klettern können. Für diese Altersgruppe ist De Vossemeren mit der Discovery Bay und dem Aqua Mundo ein absoluter Volltreffer.
- Für Kleinkinder: Eher weniger geeignet. Das Aqua Mundo hat kein Waterplay, die Discovery Bay ist für unter Dreijährige zu anspruchsvoll. Wer mit Kleinkindern reist, ist im Center Parcs Het Meerdal oder im Center Parcs Erperheide besser aufgehoben.
- Für Jugendliche und Gruppen: Parks wie Het Heijderbos, De Eemhof oder De Kempervennen bieten für ältere Kinder und Teenagergruppen mehr Action und ein größeres Schwimmbad.
Fazit
De Vossemeren hat uns überzeugt. Trotz der Kritikpunkte am Verkehrskonzept und der enttäuschenden Action Factory überwiegen die positiven Seiten deutlich. Die Discovery Bay ist eines der besten Indoor-Angebote, die wir in einem Ferienpark je gesehen haben. Das Flonkeling Restaurant zeigt, dass Center Parcs auch kulinarisch kann. Und das VIP-Haus hat uns nach der Lac-D'Ailette-Erfahrung wieder mit der Kategorie versöhnt.
Für uns gehört De Vossemeren in die Top 7 aller Center Parcs und in die Top 10 aller Ferienparks, die wir bisher besucht haben. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, besonders wenn man außerhalb der Schulferien bucht. Belgien ist von Westdeutschland aus schnell erreichbar und der Park verdient definitiv mehr Aufmerksamkeit, als er aktuell bekommt.
Wir kommen wieder – dann im Sommer, wenn wir die Seen und den Wassersport endlich selbst ausprobieren können. Unser Großer hat es uns schon ins Stammbuch geschrieben.
Katharina
Winterwochenende mit Baby und Schulkind